Ich liege seit einigen Tagen mit einer eitrigen Mandelentzündung im Bett – aber ich will nicht jammern, sondern die Sache positiv sehen. Meine Frau hat mir als Krankenlektüre das Buch “Scherbenpark” mitgebracht. Das wäre kein Buch, das ich mir gekauft hätte, aber ich habe es dennoch gerne gelesen (ein langer Nachmittag reicht aus, wenn man nicht wie ich immer wieder zwischendurch einschläft ;-) )
Continue reading »

 

Schon seit einiger Zeit interessiere ich mich für Projektmanagement – insbesondere von Softwareprojekten. Immer wieder kam in Gesprächen über dieses Thema das Buch “Der Termin – ein Roman über Projektmanagement” von Tom DeMarco auf.
Letzte Woche bin ich endlich dazu gekommen, das Buch auch zu lesen.

Und eins vorweg: wer ein typisches, trockenes und langweiliges Managementbuch befürchtet, kann beruhigt sein: das Konzept des Buches funktioniert hervorragend und das Buch ist an ein bis zwei Abenden bequem zu lesen.
Continue reading »

 

Zu Weihnachten habe ich von meiner Frau das Buch “Die Kunst des Penetration Testing” bekommen – eine Rezension gibt es, sobald ich das Buch durchgearbeitet habe. Jedenfalls fing das Buch auf Seite 33(!) an. Die ersten Seiten fehlten, offenbar war beim Verlag ein Fehler passiert. Amazon hat nach Reklamation auch gleich ein anderes Exemplar geliefert. Zwar wieder – wie auch beim ersten Mal – ein Softcover, statt der versprochenen gebundenen Ausgabe, diesmal aber immerhin mit allen Seiten.
Jetzt will Amazon natürlich das erste Buch zurück – klar. Aber einen Rücksendeaufkleber sucht man in der Ersatzlieferung vergeblich. Also haben wir heute mit Amazon telefoniert. Und was wollen die? Richtig: wir sollen das Porto auslegen. Das Geld würde umgehed zurücküberwiesen werden.
Das kommt aber gar nicht in Frage: in letzter Zeit bricht Amazon jedes gegebene Versprechen. Erst schicken sie zweimal ein Softcover als Hardcover (und zum Preis der gebundenen Ausgabe), dann versprechen sie die Lieferung des EeePC pünktlich zum Erscheinungstermin, später dann aber erst zum 20.3.(!) und die CD, die ich mit dem EeePC zusammen bestellt habe und ausdrücklich um gemeinsamen Versand gebeten habe, die wird natürlich getrennt verschickt.

Ich habe der Dame an der Hotline erklärt, dass Amazon viele Möglichkeiten hat, das fehlerhafte Buch zu bekommen: sie können es sich unfrei zuschicken lassen (unfreie Sendungen werden von Amazon aber nicht angenommen), einen Rücksendeaufkleber schicken (das macht Amazon grundsätzlich nicht), das Buch abholen (wegen eines Buches beauftragen die verständlicherweise aber keine Spedition) oder uns das Porto vorab überweisen oder auch als Warengutschein zukommen lassen (das machen sie natürlich auch nicht). Alternativ könnte Amazon auch zustimmen, dass wir das defekte Buch einfach selbst entsorgen (wir würden sogar ein “Beweisfoto” für Amazon machen), aber das kommt alles nicht in Frage.
Jetzt hat mir die Frau angedroht, dass wir dann von der Payment-Abteilung hören würden, wenn wir nicht nach deren Spielregeln tanzen. Ich zittere schon vor Angst. ;-)

 

Fast täglich berichten die Medien über neue Entdeckungen und Meilensteine in der Erforschung dieses oder jenes Spezialgebietes. Da bekommt man manchmal das Gefühl, dass die Welt bis auf kleine Randgebiete gut erforscht wäre und es kaum noch etwas für die Wissenschaft zu tun gäbe.

Dieses Gefühl zu beseitigen ist “Lexikon des Unwissens. Worauf es bisher keine Antwort gibt” angetreten. Kathrin Passig und Aleks Scholz haben dazu viele Themen zusammengetragen, die noch nicht aufgeklärt sind – und zwar nicht Randbereiche obskurer Wissensgebiete, sondern hauptsächlich Dinge bei denen jeder annimmt, dass sie keine Geheimnisse mehr bergen.

Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass das Geheimnis der weiblichen Ejakulation noch immer nicht geklärt ist? Dass die Katzen zwar schnurren können, aber keiner weiß wie? Oder dass wir zwar immer gute Ratschläge bekommen, wie wir eine Erkältung vermeiden können, dass die Wirksamkeit all dieser Ratschläge aber höchst zweifelhaft ist?

Die Autoren vermitteln einem in einem lockeren, gut zu lesenden Stil, der nur manchmal ins gezwungen Originelle abgleitet, eben nicht: Wissen, sondern: Fragen.
Antworten sucht man in diesem Buch vergeblich, aber man hat nach der Lektüre sicher Gesprächthemen für die nächste Party und, viel wichtiger: man merkt, dass man sich die Hybris, zu glauben dies wäre das Zeitalter des Wissens, nicht leisten kann.

Man könnte glauben, dass ein Buch, dass vom Unwissen und von gescheiterten Erklärungsversuchen handelt pessimitisch sei, oder pessimistisch stimmen könnte. Zumindest bei mir ist das nicht der Fall: im Gegenteil macht dieses Buch Lust darauf, die Geheimnisse, die nicht in den Weiten des Weltalls, sondern vor der eigenen Nase liegen zu suchen und sich mit ihnen zu beschäftigen. Und möglicherweise – wer weiß? – vielleicht sogar zu lösen.

Sehr schön fand ich auch, dass die Autoren trotz des lockeren Stils auch komplizierte Sachverhalte, wie das P-NP-Problem verständlich erklären ohne sich dabei dazu verleiten zu lassen, das Problem zu sehr zu vereinfachen.

Ich habe das Buch zum Geburtstag bekommen und es sehr genossen. Nochmals vielen Dank!

© 2011 Die Welt ist eine Scheibe Impressum Suffusion theme by Sayontan Sinha