Jan 202008
 

Seit Jahren stehen ja die Lego Mindstorms-Kästen auf meinen Wunschzetteln. Leider fand sich bisher niemand, der mir diesen Wunsch erfüllt hätte. Auf dem vergangenen 24C3 hat die C-Base-Crew ein Lego Sumo Turnier veranstaltet.
Das Ziel bei diesem Wettbewerb war es, die gegnerischen Roboter vom Tisch zu stossen und nicht selbst vom Tisch zu fallen.

Gerade noch rechtzeitig habe ich das mitbekommen und war dann natürlich nicht mehr zu bremsen. In den verbliebenen Stunden habe ich mit Struppis Hilfe einen simplen Roboter mit noch simplerer Programmierung zusammengebastelt. Natürlich hatten wir auch eine “Geheimwaffe”, eine Auffahrrampe aus drehbar gelagerten Stangen. Diese sollte helfen, die Bodenhaftung der Gegner zu reduzieren, um sie dann leichter vom Tisch schieben zu können.

Dann ging es also los. Kaum hatten wir die Batterien gewechselt, schon war die Firmware des RCX (So heisst der Lego-Controller) wieder gelöscht. Also nochmal programmieren, während schon die ersten Wettkämpfe liefen. Und dann der grosse Moment. Das erste Duell. Würde die Geheimwaffe funktionieren? Haben wir genug Bodenhaftung um den riesigen Gegner wegzuschieben?

Und los! Dumbo 2.0, so hatten wir den Roboter aufgrund seiner eher dummen Programmierung getauft, fährt geradeaus, am Gegner vorbei und über die Tischkante hinweg, um dann am Boden zu zerschellen. Normalerweise werden die Roboter aufgefangen, aber mit diesem Absturz hatte niemand gerechnet. Nachdem wir die Teile wieder eingesammelt hatten, ging es an die fieberhafte Fehlersuche. Die Firmware und unser Programm war schon wieder weg. Wie sich herausstellte, verlor der RCX mit den Wettkampfbatterien schon bei kleineren Erschütterung seine Programmierung und fuhr dann stur geradeaus. Glücklicherweise konnten uns die Veranstalter einen anderen RCX zu Verfügung stellen. Also schnell umgebaut, neu programmiert und der nächste Wettkampf. Diesmal standen genug Helfer bereit, für den Fall, das wir es immer noch nicht geschafft hätten, den Roboter zu programmieren. Aber diesmal lief alles wie am Schnürchen. Und auch die Geheimwaffe funktionierte genau, wie wir es gehofft hatten. Alle weiteren Wettkämpfe, einschließlich des Finales, gewann Dumbo 2.0 dann. Das Grinsen auf meinem Gesicht wurde immer breiter, und als ich dann sogar den Roboter, der aus C-Base eigenen Teilen zusammengebaut war als Preis bekam, war der Tag gerettet ;-)

Vielen Dank nochmal an das C-Base-Team, das mir diese Riesenfreude bereitet hat!

Bilder gibt es übrigens bei Flickr.

 

Dieses Jahr habe ich es endlich geschafft: ich war auf dem 24C3, dem Kongress des CCC. Neben vielen guten Vorträgen, kurzen Nächten und viel Club Mate gab es auch ein paar Bausätze. Unter anderem eine stärkere Version von TV-B-Gone. Den musste ich natürlich haben ;-) Also schnell die simple Schaltung zusammengelötet und los geht’s. Direkt gegenüber war der weltweit größte MediaMarkt. Das perfekte Versuchskaninchen. Und siehe da: TV-B-Gone funktioniert tadellos. Es ist schon lustig, wenn plötzlich ganze Regale mit Fernsehern ausgehen. Und es gehen wirklich fast alle Fernseher aus. Die fehlenden werden bestimmt mit dem nächsten Firmwareupdate auch erfasst werden.

Damit wäre für mich der MediaMarkt abgehakt gewesen. Aber plötzlich tauchte ein Schild im Kongressgebäude auf, welches Nutzern von TV-B-Gone Hausverbot androhten – prompt gefolgt von einer Strichliste im Eingangsbereich des bcc. Wenn die Krieg wollen… könen sie haben… Naja, ich bin dann nochmal in den MediaMarkt gegangen und habe alle Fernseher, die ich gefunden habe abgeschaltet. Nach 12 Minuten(!) kam dann ein Mitarbeiter auf mich zu und ich habe tatsächlich Hausverbot für ein Jahr in allen Media- und Saturnmärkten bekommen. Aber nicht einmal zu diesem Zeitpunkt haben die Leute verstanden, womit wir die Fernseher ausschalten. Ich trug zu diesem Zeitpunkt ein Sputnik-Tag, das recht auffällig vor sich her blinkte. Der Ladendetektiv, oder wer auch immer das war, forderte mich deshalb auch auf, das Tag abzudecken ;-) Auf dem Weg zum Büro konnte ich so mit dem TV-B-Gone in der Hand noch fünf weitere Fernseher ausschalten.

Auch sonst scheint technischer Sachverstand im MediaMarkt rar gesät zu sein: die verwendeten WLAN-Router nutzten Gerüchten zufolge das Standartpasswort – dieses Problem wurde mittlerweile von freiwilligen Helfern “gelöst”.

Am meisten schien den Detektiv zu örgern, dass ich mich mit den Worten “Dann sehen wir uns ja zum nächsten Kongress” verabschiedet habe. Ich freu mich schon drauf ;-)

P.S. Wen’s interessiert: Ich war Nummer 13 auf der Strichliste. Den Endstand kenne ich leider nicht.

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